Welche Karte für welches Postfach?

In dieser Anleitung möchten wir Ihnen die verschiedenen beA-Karten vorstellen und Ihnen Merkmale erläutern, die Ihnen die Zuordnung der vorliegenden Karten erleichtern.

Welche Arten von beA-Karten gibt es und wofür werden sie verwendet?

 

1. beA-Karte Basis

Die beA-Karte Basis ist eine Sicherheitskarte, die zur Erstregistrierung und zur täglichen Anmeldung am beA verwendet werden kann.

2. beA-Karte Signatur

Die beA-Karte Signatur bietet den gleichen Leistungsumfang wie die beA-Karte Basis, zusätzlich ist sie für die Anbringung einer qualifizierten elektronischen Signatur nutzbar, sobald ein entsprechendes Signaturzertifikat aufgeladen wurde.

Nähere Informationen dazu finden Sie auf den Hilfeseiten der Zertifizierungsstelle der Bundesnotarkammer.

Die beA-Karte Signatur wird nur noch bis zum 31.12.2022 zur Verfügung stehen und durch das Produkt Fernsignatur ersetzt werden.

3. beA-Karte Mitarbeiter

Die beA-Karte Mitarbeiter ist mit einem sogenannten fortgeschrittenen Zertifikat ausgestattet. Damit kann der Mitarbeiter eines Rechtsanwalts sich am beA anmelden und, je nach Umfang der übertragenen Rechte, beispielsweise Nachrichten lesen und vom Rechtsanwalt qualifiziert signierte oder nicht der Schriftform unterliegende Nachrichten versenden. Wenn der Rechtsanwalt die entsprechende Befugnis erteilt hat, können Mitarbeiter auch anderen Personen Rechte am Postfach einräumen.

Über die Kartennummer einer beA-Karte kann erkannt werden, ob es sich technisch um eine beA-Karte Mitarbeiter oder eine beA-Karte Basis handelt. Die sogenannte beA-Karte Signatur ist technisch auch eine beA-Karte Basis, auf welche dann ein Signaturzertifikat aufgeladen wurde.

Produkt bisherige Kartennummer neue Kartennummer
beA-Karte Basis oder Signatur  2xxxxxxx 7xxxxxxx
beA-Karte Mitarbeiter 3xxxxxxx 8xxxxxxx

beA-Karte Basis und beA-Karte Signatur sind für die Nutzung durch den Postfachinhaber selbst vorgesehen, die beA-Karte Mitarbeiter für die Nutzung durch Mitarbeiter.

Die tatsächliche Verwendung der verschiedenen Karten-Typen hängt davon ab, wie sie im eigenen beA eingebunden wurden.

Zuordnung beim Vorliegen mehrerer beA-Karten Basis und/oder beA-Karten Signatur

 

Abgesehen von der Kartennummer ist an einer beA-Karte Basis oder Signatur äußerlich nicht erkennbar, zu welcher Tätigkeit und somit zu welchem Postfach diese verwendet wird. Es besteht aber die Möglichkeit, die SAFE-ID, zu der eine beA-Karte ausgestellt wurde, mit der zur Tätigkeit gehörigen SAFE-ID zu vergleichen.

Übt ein Rechtsanwalt verschiedene Tätigkeiten aus, z.B. als Syndikusrechtsanwalt und gleichzeitig als niedergelassener Rechtsanwalt oder werden von ihm weitere Kanzleien errichtet, so folgt daraus die Bereitstellung mehrerer beA-Postfächer. Jedes beA-Postfach hat eine eigene SAFE-ID und somit ist für jedes dieser Postfächer mindestens eine beA-Karte Basis erforderlich.

Bitte prüfen Sie Ihre SAFE-ID im Bundesweiten Amtlichen Anwaltsverzeichnis, indem Sie Ihren Datensatz mit Ihrem Namen und Vornamen und dem am Ende des Formulars auszufüllenden Sicherheitscode suchen. Im Suchergebnis wird Ihnen mit Klick auf Info auch die SAFE-ID angezeigt.

 



Um zu sehen, auf welche SAFE-ID die beA-Karte Basis oder Signatur ausgestellt wurde, führen Sie diese bitte in das Kartenlesegerät ein und rufen im Browser die Startseite der beA-Webanwendung auf. Hier klicken Sie bitte auf Anmelden, markieren die Zeile, die die eingelegte beA-Karte beschreibt und wählen dann auf der rechten Seite die Schaltfläche Details


 
Die SAFE-ID der Karte wird Ihnen in der so geöffneten Zertifikatsinformation zur Karte als UID angezeigt.

Erfahrungsgemäß genügt ein Vergleich der letzten vier Stellen der SAFE-ID aus beiden Suchergebnissen (BRAV und Zertifikatsinformation).

Besonderheit bei Nichtanwaltlichen Vertretern oder Zustellungsbevollmächtigten

 

Nichtanwaltliche Vertreter oder Zustellungsbevollmächtigte müssen durch die zuständige Rechtsanwaltskammer bestellt werden und sind deshalb im Bundesweiten Amtlichen Anwaltsverzeichnis (BRAV) als solche am Datensatz des Vertretenen hinterlegt, im Gegensatz zu anwaltlichen Vertretern und anwaltlichen Zustellungsbevollmächtigten (siehe Neue gesetzliche Regelung zu Vertretung und Zustellungsbevollmächtigung (beasupport.de))

Das heißt, die eigene SAFE-ID findet ein nichtanwaltlicher Vertreter oder Zustellungsbevollmächtigter nicht über die Suche nach dem eigenen Namen, sondern in einem zusätzlichen Reiter bei der Suche nach dem durch ihn vertretenen Rechtsanwalt.

Zuordnung beim Vorliegen mehrerer beA-Karten Mitarbeiter

 

Die beA-Karte Mitarbeiter ist zunächst nicht personalisiert, weshalb die Anzeige der Detail-Information (Zertifikatsinformation), wie sie oben für die beA-Karte Basis bzw. Signatur beschrieben ist, keine UID (SAFE-ID) enthält. Einem Mitarbeiter (Benutzer), der selbst kein Rechtsanwalt ist und somit kein eigenes Postfach besitzt, wird eine SAFE-ID zugewiesen im Zuge der Anlage als Mitarbeiter durch den Postfachbesitzer, der die Person erstmalig als Mitarbeiter anlegt. Die Verbindung (Kopplung) zwischen einer beA-Karte Mitarbeiter und einem so angelegten Benutzer und seiner SAFE-ID wird durch die Registrierung ohne Postfach geschaffen. Somit sieht ein Mitarbeiter seine eigene SAFE-ID selbst nur nach einer Anmeldung mit dieser Karte im beA, dort im Reiter Einstellungen.

Ein Postfachbesitzer sieht die SAFE-ID „seiner“ Mitarbeiter nach Anmeldung am beA mit der eigenen beA-Karte unter Einstellungen -> Postfachverwaltung -> Benutzerverwaltung.